AW: Röhren oder Flachbildschirm
Was sind für euch Vor und Nachteile von den beiden Bildschirmen? Also dann! Danke.
Ich nutze (aufgrund des ersten Vorteils) LCD.
Unterschiede aus meiner Sicht ("+": LCD ist besser, "-": CRT ist besser)
+ LCDs sind verfügbar. Hochwertige CRTs waren, als mein alter vor 5 Jahren abgeraucht ist, quasi nicht mehr zu bekommen (und wenn dann eher teurer denn billiger). Das gilt um so mehr seit dem Low-Profile-Boom, denn 16:9/16:10 CRTs waren extrem selten. Größen oberhalb von 24" gab es afaik gar nicht.
+ LCDs verbrauchen (etwas) weniger Strom als CRTs. (abhängig von Größe und LCD Typ. S-IPS Geräte mit erweitertem Farbraum,... können auch ganz schön ziehen)
+ LCDs verbrauchen weniger Platz (es hat seinen Grund, dass es keine 30" CRT-Monitore gab)
+ LCDs sind unempfindlich gegen Magnetfelder und stören ihrerseits keine anderen Geräte. CRTs können durch starke Magneten sogar irreparabel beschädigte werden
+ LCDs stellen keine Ansprüche an die Qualität des Grafikkartenausgangs und die Verbindungskabel. CRTs dagegen schon und insbesondere die Verfügbarkeit hochwertiger Ausgänge ist heutzutage problematisch. (d.h.: Im Zuge der DVI-Einführung war vorgesehen, auch CRTs mit internen DA-Wandlern auszustatten. Kam aber nie auf den Markt)
(+ LCDs sind strahlungsfrei. Gute CRTs lassen aber auch keine nenneswerten Strahlungsmengen nach draußen und die durch statische Aufladung und Felder ggfs. beschleunigten Staubpartikel erreichen das Auge bei der für größere Monitore üblichen Entfernungen auch nicht)
± LCDs bieten ein sehr scharfes Bild in ihrer nativen Auflösung - allerdings ein brauchbar bis schlechtes in allen anderen. Ein guter CRT liefert scharfe Bilder in allen Auflösungen
± LCDs sind i.d.R. flimmerfrei. Hochwertige CRTs auch.
- die meisten LCDs bieten (stark) eingeschränkte Blickwinkel, CRTs nicht
- kein LCD kommt an den Schwarzwert eines CRT ran, die wenigsten an die allgemeine Farbqualität. (und selbst die werden von den wenigen CRTs mit gesteigerter Dynamik geschlagen)
- konventionelle LCDs haben Reaktionszeiten von mindestens 22ms (TN), 27-30ms (S-IPS) oder z.T >50-100ms (VA). CRTs haben im worst-case eine Nachleuchtzeit von vielleicht 15-20ms und die gilt auch nur beim Wechsel von hell nach dunkel. Dunkel nach hell ist quasi verzögerungsfrei.
- optimierte LCDs mit Overdrive kommen zwar z.T. auf Reaktionszeiten von 15ms-20ms (immer noch hoch), erkaufen das aber mit einem erhöhten Inputlag (s.u.) und Artefakten. Ein optimierter CRT mit kürzerer Nachleuchtzeit braucht etwas mehr Strom für die gleiche Helligkeit und flimmert bei Wiederholfrequenzen, die eh niemand nutzen möchte, etwas stärker. Im Gegenzug kann er das Nachleuchten auf <10ms reduzieren und erzielt somit eine klare Bildverbesserung ohne Abstriche.
- LCDs haben einen Inputlag und je mehr versucht wird, die technischen Nachteile (Interpolation, Rekationszeit) zu verbessern, desto schlechter wird er. CRTs stellen das Bild dar, sobald es übertragen wurde.
- LCDs können Probleme mit Insekten bekommen. CRTs nicht.
Unterm Strich würde ich sagen:
Was das darstellen von Bildern angeht (imho die Aufgabe eines Monitors), sind LCDs ganz klar unterlegen. Sie können zwar mit technischen Tricks in einzelnen Kategorien auf CRT-Niveau gepusht werden - das geht aber immer zu Lasten der Eigenschaften in einer anderen Kategorie, so dass ein LCD unterm Strich immer das schlechtere Anzeigegerät bleibt. Sie haben aber drei unschlagbare Vorteile (die ersten drei genannten), die zwar nichts mit ihrer Eigenung als Monitor zu tun haben, aber am Markt den Ausschlag geben.
Da kann man nur noch auf FED/SED hoffen, aber die sind irgendwie immer "in 2 Jahren" serienreif
