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    [Extreme-Review] ASUS Rampage IV Extreme - Hardcore für Sandy-Bridge-Extreme?

    Hardcore is back...

    ... zurück zu alten OC-Tugenden mit dem Rampage IV Extreme?



    Unter dem Slogan "Hardcore is back" verspricht der taiwanesische Hersteller ASUS mit dem Rampage IV Extreme wieder zu alten Übertaktertugenden zurückzukehren und stattet das Oberklasse-Mainboard dafür mit einer ganzen Armada branchenneuer Features und Innovationen aus. OC-Key, VGA-Hotwire, SubZero-Sense und weitere Features sollen den Extreme-Enthusiasten ansprechen und dabei extremes Übertakten vereinfachen. Ob das Mainboard für die Sandy-Bridge-Extreme-Plattform mit dem Intel-X79-Chipsatz auch in der Praxis überzeugen kann, klärt dieser Test.





    Ein herzlicher Dank geht an dieser Stelle für die Bereitstellung des Testkandidaten nach Ratingen an den Hersteller ASUS.



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  2. #2
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    AW: [Extreme-Review] ASUS Rampage IV Extreme - Hardcore für SB-E?

    Verpackung und Lieferumfang
    Die Verpackung kommt in der bekannten Farbgebung der Republic-of-Gamers-Serie (RoG-Serie) daher. Eine Frontklappe gibt dabei bereits einen ersten Blick auf die Platine frei. Spezifikationen und Features finden sich auf der Rückseite des Kartons.
    Im Innern befinden sich Board und Lieferumfang voneinander getrennt in zwei Pappschachteln untergebracht. Besonders herauszuheben sind gleich vier unterschiedliche Brücken für ein Multi-GPU-Setup, welche im RoG-eigenen, schwarzen Design gehalten sind. Die beiliegende DVD beinhaltet neben obligatorischen Treibern auch hauseigene Tools (TurboV EVO, PC Probe II, ASUS Update, AI Suite II, AI Charger+), ein Anti-Viren-Programm (Kaspersky Anti-Virus) und das Programm Daemon Tools Pro Standard. Für möglichst aktuelle Versionen von Tools und Treibern empfiehlt sich aber der Besuch der ASUS-Supportseite. Der komplette Inhalt des Zubehörs ist im Folgenden im Spoiler aufgelistet.

    Spoiler:

    Lieferumfang:

    • Support-DVD
    • I/O Shield
    • ROG Connect cable
    • OC Key
    • OC Key Kabel
    • X-Socket Backplate
    • Torx-Schlüssel
    • 2-Wege-Crossfire-Brücke (flexibel)
    • 2-Wege-SLI-Brücke (flexibel
    • 3-Wege-SLI-Brücke (fest)
    • 4-Wege-SLI-Brücke (fest)
    • Q-Connector Kit
    • 4 x SATA 2 signal cables
    • 4 x SATA 3 signal cables
    • 2 x ProbeIt Kabel
    • ASUS-Casebadge

    Das Board: Erscheinungsbild
    Ausgepackt erwartet den Käufer dann eine wuchtige Platine mit einem erweiterten ATX-Abmaß von 30,5 x 27,2 cm. Als Farben dominieren Rot-, Schwarz- und Grautöne - typisch für ein Board der RoG-Serie. Ein schwarzes, aber glänzendes PCB bildet hierbei die Basis. Auf beleuchtete Logos, wie sie oftmals in den Kühlkonstruktionen der Vorgänger zu finden waren, verzichtet der Hersteller beim Rampage IV Extreme.

    Die insgesamt acht DDR3-Speicherbänke können mit bis zu 64 Gibyte Speicher bestückt werden und bieten die für SB-E obligatorische Quad-Channel-Unterstützung. Die Speicherbänke platzieren die Entwickler im Hause ASUS dabei mit ausreichend Abstand zum CPU-Sockel und bieten so auch Kompatibilität zu großen Luftkühlern. Mit sehr hohen Ram-Modulen in Verbindung mit ausladenenden Kühlern/Lüftern kann es aber dennoch zu Problemen kommen. Bei der Erweiterbarkeit mit Steckkarten muss sich das Rampage IV Extreme ebenfalls in keinster Weise verstecken: hier warten gleich vier rote PCIe-X16-Slots in der aktuellen Spezifikation 3.0 auf den Anwender. Der schwarze PCIe-X16-Slot bietet dagegen nur eine Anbindung mit acht Lanes und dem Standard 2.0. Ein weiterer PCI-x1-Slot rundet die Erweiterbarkeit ab. Bei einem möglicherweise übertakteten Multi-GPU-Setup ist über einen PCI-Express-6Pin-Stecker zudem eine Unterstützung der Spannungsversorgung möglich, um die Belastung des 24-Pin-ATX-Steckers zu reduzieren.

    Die Stromversorgung von Netzteil zu CPU realisiert ASUS zusätzlich über einen 8- und einen optionalen 4-Pin-Anschluss. Ein Teil des umfangreichen Elektronikschaltkreises der CPU-Spannungsversorgung wandert dabei sogar auf die Boardrückseite. Insgesamt 11 "Black Metallic Chokes" kommen dagegen auf der Vorderseite unter dem massiven VRM-Kühler zum Vorschein. Diese sind, im Vergleich zu den Bauteilen des Vorgängers, deutlich in der Leistung gesteigert worden und verkraften nun jeweils 50 anstatt wie bisher nur 30 Ampere Stromfluss. Acht Phasen an der Zahl versorgen hier den Prozessor mit Strom, die verbleibenden drei Phasen stehen dem Speichercontroller der zur Verfügung. Nicht auf den Bildern: die Speicherslots werden von 2+2 Phasen übernommen. Neu sind ebenfalls die nunmehr in Schwarz gehaltenen Kondensatoren, welche sich über das gesamte Board verteilen und erstklassig ins düstere Design einfügen. Im Vergleich zum Vorgänger wurde hier aber auch die Leistung (im Speziellen die Temperaturstabilität) verbessert.

    Die Kühlung des Rampage IV Extrem erstreckt sich mit einer Heatpipe-Konstruktion über die gesamte Platine. Neben dem PCH-Chip müssen dabei vor allem die Spannungswandler am oberen Ende des Boards gekühlt werden. Zwei Kühlkörper (mittig und links des CPU Sockels) sind allerdings ohne direkten Kontakt zum PCB und dienen über eine Heatpipe verbunden lediglich der Vergrößerung der Kühlfläche.
    Für den nötigen Anpressdruck des Heatpipeverbundes sorgen rundherum Schrauben samt Federn. Der VRM-Kühlkörper setzt dabei auf eine Backplate, welche mit Wärmeleitpads ebenfalls die rückwärtig gelegenen Bauteile kühlt. Den Kontakt zum PCH stellt eine ausreichende Menge Wärmeleitpaste her. Den großen PCH-Kühlkörper bestückt ASUS aber leider mit einem aktiven Lüfter. Dieser dreht bei Standardeinstellungen mit über 6.000 Umdrehungen pro Minute und ist dabei deutlich hörbar. Zum Glück lässt sich der Lüfter im BIOS per Lüftersteuerung auf rund 3.000 Umdrehungen herunter regeln, bzw. ganz abschalten. Das Abschalten stellt bei einem ausreichenden Luftzug im Gehäuse übrigens kein Problem dar. Der PCH-Chip pendelt sich mit seiner geringen Abwärme von 7,8 Watt dabei bei unproblematischen 40 Grad Celsius ein.

    Am rechten oberen Ende hat Hersteller ASUS die OC-Zone platziert. Hierzu gehören neben Start- und Reset-Taster auch das ProbeIt getaufte Feature um Spannungen auszulesen. Hierbei sind für sämtliche Spannungen Auslesepunkte vorhanden und können mit einem Multimeter abgegriffen werden. Ein Wechselschalter aktiviert den sogenannten LN2-Mode, der das Extremübertakten mit Kühlmethoden wie flüssigem Stickstoff begünstigen soll. Vier DIP-Schalter ermöglichen das einzelne deaktivieren der roten PCIe-Slots, um bei einem Multi-GPU-Setup beispielsweise einzelne Karten ohne ausbauen deaktivieren zu können. Last but not least wartet der Bereich nebst Diagnose-LEDs noch mit einem neuen Feature auf: Die Rede ist hier von VGA-Hotwire, worauf ein eigenes Kapitel nochmals gezielt eingeht.

    Zwischen USB-3.0-Header und den acht Serial-ATA-Anschlüsse (4 x SATA 2 via PCH, 2 x SATA 3 via PCH, 2 x SATA 3 via ASMedia Zusatzchip) finden sich noch zwei Anschlüsse für TypK-Thermoelemente. Hiermit ist es möglich auch Temperaturen bis zu -193 Grad Celsius messtechnisch zu erfassen, worüber sich der Extremübertakter freuen dürfte. Sind keine Sensoren installiert, geben die beiden Eingänge die Umgebungstemperatur wieder. Das IO-Panel lässt wenige Wünsche offen, birgt aber auch wenig Überraschungen - nur die Bluetooth-Konnektivität sollte noch genannt werden.
    ► Das Board: Spezifikationen
    In diesem Kapitel sind die 20 möglichen USB-Schnittstellen des Rampage IV Extreme herauszuheben. Mangels nativer USB-3.0-Unterstützung des X79-Chipsatzes, werden acht USB-3.0-Ports (4x intern, 4x extern) über einen Zusatzchip von ASMedia bereitgestellt. 12 weitere USB-2.0-Schnittstellen sind direkt am X79-Chip angebunden. Aufgrund der erweiterten Anzahl an PCIe-Lanes des X79-Chipsatz verzichtet ASUS bei der Multi-GPU-Unterstützung auf den Einsatz eines Zusatzchips (NF200), bietet aber dennoch Unterstützung auf 4-Wege-Crossfire bzw. -Sli. Ansonsten stimmt auch die anderweitige Konnektivität (z.B. IO-Panel), bzw. die Aufrüstbarkeit ist mit bis zu 64 GiByte Speicher - verteilt auf acht Slots - ebenfalls hervorragend.


    Einblicke ins BIOS
    Auch im ausgereiften UEFI-BIOS hat ASUS eine Menge Innovation versteckt. Ob es nun die gute Übersichtlichkeit oder kleine Gimmicks wie ein integrierter SPD-Reader ist, der die verbauten Speichermodule analysiert, oder die Möglichkeit Screenshots auf einem USB-Stick abzuspeichern, oder die Möglichkeit vordefinierte OC-Profile zu laden, oder, oder... - es steckt viel Ideenreichtum im BIOS, welches im Übrigen in den typischen RoG-Farben über den Bildschirm flimmert. Das BIOS ist dabei in zweifacher Ausführung vorhanden: So lassen sich neue Betaversionen gefahrlos auf dem zweiten BIOS-Baustein ausprobieren. Pro BIOS lassen sich übrigens acht Profile abspeichern und Einstellungen so schnell wieder abrufen. Bei den Optionen lässt sich Hersteller ASUS ebenfalls nicht lumpen und bietet Spannungsbereiche, die jenseits von Gut und Böse liegen.

    Interessenten sind nun eingeladen in der BIOS-Bildergalerie einen ausführlichen Einblick ins BIOS zu werfen.



  3. #3
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    AW: [Extreme-Review] ASUS Rampage IV Extreme - Hardcore für SB-E?

    Testsystem
    Einen Überblick über das verwendete Testsystem liefert folgende Tabelle:

    ► Overclocking in der Praxis: Referenztakt-OC mit Straps
    Die CPU-Strap-Funktion stellt eine weitere Neuerung im BIOS dar. War bei der SB-N-Generation (z.B. i5-2xxx) die Übertaktbarkeit des Referenztakt stark eingeschränkt, soll sich die mittels der Takt-Straps nun wieder ändern.


    Referenztakt/CPU-StrapMögliche SpeicherteilerBemerkung
    100 MHzDDR3-800/1.066/1.333/1.600/1.866/2.133/2.400/2.666-
    125 MhzDDR3-1.000/1.333/1.666/2.000/2.333/2.666/3.000/3.333-
    166 MHzDDR3-1.333/1.777/2.222/2.667/3.110/3.555/4.000/4.443Setting nicht bootbar
    250 MHzDDR3-2.000/2.665/3.333/4.000/4.665/5.333/6.000/6.665Setting nicht bootbar
    Im Test funktionierten nur die Teiler für 100 (Standard) bzw. 125 MHz Referenztaktfrequenz. Mit dem maximalen Multiplikator der SB-E-CPU von 57 lässt sich mit dem 125er-Teiler aber rein theoretisch bereits eine Taktfrequenz von über 7 GHz erreichen, ein höherer Teiler ist also im Grunde gar nicht notwendig. Als Anmerkung sei noch erwähnt, dass der erfolgreiche Einsatz der höheren Teiler maßgeblich von der verwendeten CPU abhängt und das Board hier keinen bzw. kaum Einfluss auf die korrekte Funktion hat. Im Test war der Betrieb mit dem 125er Strap absolut stabil zu betreiben. Als Vorteil erwies sich zudem die Erreichbarkeit weiterer Speichertaktfrequenzen - siehe Tabelle oben (so beispielhaft die dargestellten DDR3-2.000).




    ► Overclocking in der Praxis: CPU-OC


    ASUS ermöglicht dem geneigten Übertakter die Spannungsregulierung des Prozessors auf zwei unterschiedlichen Wegen zu realisieren:

    • manuelle Spannungseinstellung, ggf. mit Loadline-Calibration
    • offset Spannungseinstellung, Nutzung von Stromsparmechanismen weiterhin möglich
    Im Test wollen wir uns einmal ein Szenario für eine Übertaktung des Core i7-3930K um 1 GHz näher anschauen (4,2 GHz; 42x100; DDR3-2.133). Hierbei gilt der erste Blick der manuellen Spannungseinstellung. Um eine möglichst geringe Abweichung zwischen Soll- und Ist-Spannung zu erhalten, wird die Loadline-Calibration aktiviert und mit dem Wert "High" betrieben. Um erfolgreich zu Übertakten müssen nun noch sämtliche Stromsparmechanismen deaktiviert werden und die Multiplikatoren entsprechend gewählt werden. Abschließend wird die minimal notwendige VCore ausgelotet und mittels eines Prime-Custom-Runs über mindestens 60 Minuten validiert. Mittels dieses Vorgehens ließ sich für den verwendeten Prozessor eine notwendige Spannung von 1,192 Volt für 4,2 GHz ermitteln.

    Beim Übertakten mittels offset führt erst ein etwas umfangreicheres Vorgehen zum Erfolg. Da die Spannung sowohl unter Last, wie auch im Stromsparmodus mit dem offset-Wert verrechnet wird, muss dabei wie folgt vorgegangen werden:

    • Loadline-Calibration abschalten, Stromsparmechanismen aktivieren, Strap muss 100 MHz betragen
    • Umstellung auf Offset (BIOS: Offset, speichern)
    • Ablesen der Spannung unter Last (z.B. Prime Last 1,3 Volt)
    • Einstellen des gewünschenten Sollwertes (gewollt: 1,2 Volt: Offset -0,100 Volt im BIOS einstellen)
    • Überprüfen ob Einstellung auch im Idle stabil? (sporadische Bluescreens -> nein)
    • Reduzieren des offset bis Idle stabil

    Im gezeigten Beispiel würde sowohl die Last- als auch die Leerlaufspannung bei aktiven Stromsparmechanismen um 0,1 Volt verringert. Dies führt besonders bei den bereits sehr spannungsarmen Idle-States zu Problemen. Die vorliegende CPU läuft hier erst ab 0,784 Volt bei 1,2 GHz stabil. Daher muss ein Kompromiss eingegangen werden und es lässt sich nur ein offset von -0,075 Volt erreichen, ohne die Stabilität im 2D zu gefährden. Wenig verwunderlich dass die CPU im Anschluss unter Last mit 1,232 Volt laufen "muss" und dies auch primestabil umsetzen kann. Interessanter ist dagegen der aktive Stromsparmodus mit 1,2 GHz und 0,784 Volt.



    Werfen wir abschließend einen Blick auf den Energieverbrauch der beiden Einstellungen. Wie das Diagramm verdeutlicht, benötigt die CPU unter Volllast beim Übertakten mittels offset zwar geringfügig mehr Energie, da eine höhere Spannung anliegen muss, kann dies aber durch einen deutlich gesenkten Verbrauch im Idle wieder wett machen. Hier locken mit den Stromsparmechanismen (1,2 GHz bei 0,784 Volt) über 25 Prozent Sparpotenzial und sind wir einmal ehrlich: Läuft der Rechner nicht mehr im Idle als unter Volllast? Das Übertakten mittels offset erfordert zwar etwas Experimentierfreude, kann in der Praxis aber restlos überzeugen!

    ► Overclocking in der Praxis: Speicher-OC
    Schauen wir uns an, wie sich das Rampage IV Extreme bei hohen Speichertakten schlägt. Hier hängt der Erfolg natürlich maßgeblich von dem eingesetzten Speicherkit und dem Prozessor ab. Dass die SB-E-Plattform sich im Allgemeinen hervorragend für Speicher-OC eignet, konnte man bereits im Vorfeld durch einige OC-Ergebnisse erkennen. Der Testpendant verhält sich auch mit hohen Speicherteilern vorbildlich und gibt dem Anwender mit zahlreichen Tuningoptionen im BIOS auch noch sehr feine Einstellmöglichkeiten an die Hand. Im Praxis-Test war es dann auch ohne Feintuning problemlos möglich das Exceleram-Kit (wohlgemerkt nur für DDR3-1.333-Betrieb spezifiziert) mit sagenhaften DDR3-2.133 zu betreiben. Eine Validation mit 2.400 MHz war ebenso möglich.

    ► Praxistests - Spannungsstabilität
    Man kennt es zur Genüge: Nur selten entsprechen im BIOS/Betriebssystem angezeigte Spannungen der Realität und weichen dabei teils deutlich von den eingestellten Soll-Werten ab. Wir wollen einen Blick auf die Genauigkeit und Stabilität der Spannungen des Rampage IV Extreme werfen. Die für diesen Test getroffenen Einstellungen im BIOS lassen sich hier einsehen.
    Wie zu erkennen, haben die Entwickler im Hause ASUS auch bei der Spannungsversorgung des Rampage IV Extreme wieder erstklassige Arbeit geleistet. Abgesehen von der VCCSA-Spannung weichen die Werte sowohl im Idle-Betrieb als auch unter Last nur sehr gering von den Soll-Werten aus dem BIOS ab. Bei der VCore hat der User dabei über die Einstellung der LoadLine-Calibration (kurz LLC) selbst großen Einfluss auf die Abweichung. Der Wert "Regular" entspricht dabei der Auto-Einstellung und gibt den von Intel gewollten Spannungsabfall unter Volllast wieder. Wer dagegen auf einen möglichst gleichbleibenden und genauen Spannungswert Wert legt, sollte bei der Loadline-Calibration die Einstellung "High" wählen. Höhere Stufen sind lediglich für Extremübertakter interessant und mit entsprechender Kühlung zu verwenden. Wie zu sehen, steigt die Spannung bei der Einstellung "Extreme" unter Last auf bis zu +5 Prozent des Sollwertes an. Wird hier mit hohen CPU-Spannungen gearbeitet, gilt es aufzupassen, denn aus beispielhaft eingestellten 1,4 Volt werden so schnell reale 1,47 Volt! Einen Satz muss man auch noch auf die Auslesetools verlieren, die erstaunlich genau an den Real-Werten liegen. Dennoch: Mit einem Multimeter nachmessen kann nicht schaden, schließlich hat man die praktischen Auslesepunkte am Board ja mitbezahlt.
    ► Praxistests - Bootzeiten
    Premium-Mainboards sind in der Regel mit einer ganzen Armada an Zusatzcontrollern ausgestattet, um sich unter anderem durch eine bessere Austattung von Konkurrenz-Produkten abzuheben. So finden sich mit USB-3.0-Controllern und Marvell-Raidcontroller auch auf dem Rampage IV Extreme Zusatzchips wieder. Ein lästiger Nebeneffekt, gerade in Bezug auf zusätzliche Raid-Controller, ist dabei die Verlängerung der Bootzeiten. Wir wollen diese nun etwas genauer untersuchen.
    Im Test zeigt sich klar, dass mit einer schnellen SSD der größte Anteil der Bootzeit auf das BIOS des Mainboards fällt. Betreibt man das Rampage IV Extreme zudem ohne Übertaktung und mit aktivierten Onboard-Controllern (Default-Einstellung), startet es ganz gleich ob es stromlos war oder nicht in rund 35 Sekunden - Das ist ein sehr guter Wert. Wer es noch schneller haben will, deaktiviert die Onboardcontroller und kommt so auf Zeiten unter 30 Sekunden.

    Ein leicht anderes Bild zeigt sich beim Übertakten: Hier fährt das Rampage IV Extreme bei einem Warmstart eine weitere Schleife durch das BIOS, vermutlich um die OC-Werte einzustellen. Der geneigte Käufer muss also weitere 11 Sekunden am BIOS-Bildschirm verweilen. Noch schlimmer wird es dagegen wenn der Rechner im Vorfeld stromlos gemacht worden ist. Hier schaltet das Board beim nächsten Start einmal komplett ab, was den Bootvorgang unnötig in die Länge zieht. Man verweilt hier ganz gleich ob die Controller aktiv sind rund 43 Sekunden im BIOS - wir erinnern uns: Mit Standardsettings schaffen wir es in dieser Zeit bereits spielend ins Windows und können sogar schon Programme öffnen! Hier ist zu hoffen dass Hersteller ASUS in einem neuen UEFI-BIOS eventuell Abhilfe schafft.

  4. #4
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    AW: [Extreme-Review] ASUS Rampage IV Extreme - Hardcore für SB-E?

    Mit dem Feature VGA-Hotwire findet sich eine gänzlich neue Innovation auf der Platine wider. Hier lässt sich der Einfluss von Extrem-Übertakter "Shamino" spüren, der maßgeblich an der Entwicklung des Rampage IV Extreme mitgewirkt hat. Sinn des Features ist es einen mühsam aufgelötete Voltmod auf Grafikkarten durch eine universelle Lösung auf dem Mainboard zu substituieren (VGPU, VMem und VPLL). So finden sich auf der Platine sämtliche Dinge, die für einen Voltmod einer Grafikkarte notwendig sind: verstellbarer Widerstand inklusive An/Aus-Schalter und ein Eingang zur Spannungsmessung (siehe Bild rechts) und das gleich in sechsfacher Ausführung für die Behandlung von zwei Grafikkarten mit jeweils drei Modifikationen. Die Innovation gestaltet sich nun derart, dass die Grafikkarte nur noch an passenden Stellen mit einem zweiadrigen Kabel (verstellbarer Widerstand und Spannungsmessung) versorgt werden muss und im Anschluss eine Regulierung der Spannungen per Tastenklicks über sämtliche Kanäle des Mainboards erfolgen kann: BIOS, OC-Key, TweakIt-Software. Das Feature funktionierte im Test hervorragend und ein lästiges Drehen am verstellbaren Widerstand und das mühsame Nachmessen der Spannung entfällt. Extrem-Übertakter werden VGA-Hotwire sehr schnell zu schätzen wissen! Ein ganz großes Lob für diese Innovation.


    Das nachfolgende Diagramm zeigt am Beispiel der Geforce 9800 GTX den Spannungsverlauf über die Einstellung des "virtuellen" Widerstands. Da der Widerstand sich sehr fein regulieren lässt (Schrittweite 1!), ist eine sehr genaue Spannungseinstellung möglich. Es erfordert aber etwas Geduld bis der Bereich gefunden ist, wo die Karte auf die Widerstandsänderung anspricht. In diesem Fall war dies ab einem Einstellwert von etwa 75 der Fall und der Verlauf ist im Anschluss nahezu linear. Passende Kabel inklusive Buchsenstecker mit dem Rastermaß von 2,54 Millimetern gibt es übrigens bei Conrad unter der Best.-Nr. 741213 - 62.

    Mit dem Sockel 2011 hat Intel abermals das Konzept zur Kühlerbefestigung geändert. Zwar hat sich die Lage der Bohrungen zur Kühlerbefestigung im Vergleich zum Sockel 1366 nicht geändert, jedoch sieht Intel nun keine Durchgangslöcher mehr vor, sondern setzt auf eine massive Backplate mit eingepressten Gewinden - Kompatibilitätsprobleme mit Sockel-1366-Kühlern inklusive!

    ASUS legt dem Rampage IV Extreme daher eine zusätzliche Backplate samt Torx-Schlüssel bei und tauft die gesamte Maßnahme "X-Socket". Die Backplate hat dabei die Abmessung einer Sockel-1366-Backplate und verzichtet auf die neuen Gewinde zur Kühlerbefestigung. Wer den Einsatz von extremen Kühltechniken (Trockeneis, flüssiger Stickstoff) plant, ist zudem mit der X-Socket-Backplate ebenfalls deutlich besser beraten, da sich die Rückseite deutlich besser isolieren lässt. Der Wechsel geht sehr einfach von der Hand - es müssen auf der Oberseite nur die vier Torx-Schrauben gelöst werden und anschließend lässt sich der Haltemechanismus des Sockels zerlegen und die Backplate austauschen. Die Bilder zeigen den Vergleich zwischen der 2011-Backplate (jeweils links) und der X-Socket-Backplate.



    Zurück zum Inhaltsverzeichnis
    Eins der neuen Key-Features des Rampage IV Extreme stellt sicherlich der OC-Key getaufte DVI-Dongle dar. Dieser findet seinen Platz zwischen Monitoranschluss und DVI-Anschluss der Grafikkarte und wird mittels eines Kabels von der Hauptplatine mit Informationen versorgt. Der OC-Key erzeugt auf dem aktiven DVI-Monitor im Anschluss ein Overlay-Menü, welches neben einem Echtzeit Hardware-Monitor auch die Einstellung von CPU-Multiplikator und nahezu aller Spannungen ermöglicht - und das ganz ohne zusätzliche Software oder Hardware.


    Um das Overlay-Menü zu aktivieren und die Tastatur als Eingabegerät für den OC-Key zu aktivieren, muss ein Schalter an der Rückseite des Mainboards aktiviert werden - dieser Schritt ist ASUS etwas umständlich gelungen. Zwar bietet das Board optional die Möglichkeit einen selbst gebastelten und verlängerten Schalter anzuschließen, aber eine etwas rundere Lösung out-of-the-box wäre hier schön gewesen.

    Zur Funktion des OC-Key gibt es nicht viel zu sagen: Sie ist schlichtweg genial und funktionierte im Test absolut problemlos. Einen Überblick über unterschiedliche Einstellmöglichkeiten finden sich als Bilder im Spoiler. Das Video zeigt den OC-Key in Aktion und verdeutlicht das einfache Übertakten mittels des Overlay-Menüs.




    Spoiler:


    ► Fazit
    Während des gesamten Testzeitraumes gewann man mit der Zeit immer wieder den Eindruck etwas Neues am Rampage IV Extreme zu entdecken, schier unendlich lang ist die Liste an brandneuen und umfangreichen Features, die es auszuprobieren galt. Nun am Ende des Tests angelangt, kann man ASUS zu einem rundum gelungenen Oberklasse-Mainboard gratulieren.

    Im Kapitel Overclocking wusste das Board nachhaltig und vollends mit einer Vielzahl an Einstellmöglichkeiten und einer soliden (Hardware-)Basis zu überzeugen. Über den Test hinaus, waren hier auch Taktraten jenseits der exemplarisch angeführten 4.200 MHz ohne weiteres möglich - eine sehr potente Wasserkühlung ist dann aber mindestens Pflicht [vgl: Prime95-Run @ 4.600 MHz und CPU-Z-Validation @ 5.100 MHz].

    Das Layout des Rampage IV Extreme lässt keine wirklichen Anlässe zur Kritik und die zahlreichen Zusatzchips machen das Board nebst den vier PCIe-3.0-X16-Slots bzw. acht Speichersteckplätzen fit für die Zukunft und lassen kaum Wünsche offen - Lediglich Wlan-Konnektivität mag der ein oder andere Nutzer vermissen.

    Dass die Sandy-Bridge-E-Plattform nichts für Sparfüchse ist, und sich generell eher an gut betuchte Nutzer richtet, zeigt das hohe Preisniveau von Mainboards und CPUs. Das Rampage IV Extreme wandert dabei gegenwärtig für rund 330 Euro über die (virtuelle) Ladentheke. Ein dennoch beachtlicher Preis, wenn man Vergleiche mit anderen SB-E-Platinen zieht. Der Gegenwert in Form des gelungenen Gesamtpakets inklusive einiger Features, die am Markt gegenwärtig ihres Gleichen suchen, kann den Wermutstropfen des hohen Kaufpreises aber etwas kaschieren.

    Schade nur, dass die hochinnovativen Features bei einer Vielzahl der Enthusiasten ungenutzt im Gehäuse unter dem Schreibtisch verschwinden, aber wie sagt man so schön: it`s nice to have. Es zeigt sich aber einmal mehr, dass ASUS mit dem Rampage IV Extreme der Spagat zwischen dem Extreme-Overclocker und dem ambitionierten Overclocking-Enthusiasten absolut gelingt, denn das Rampage IV Extreme kann man beiden Usergruppen uneingeschränkt empfehlen! Wer auf acht Speicherslots verzichten kann und auf einige Features verzichten kann, sollte zudem den kleinen Bruder in Form des Rampage IV Formula in seine Kaufentscheidung mit einbeziehen.
    PRO:CONTRA:
    + Boardlayout & Kühlung- Teuer
    + Superbe Übertakterfunktionen- Für den Einsteiger schon fast zu viele BIOS-Optionen
    + Tolle, einmalige Key-Features- Aktiver PCH-Lüfter (aber abschaltbar)
    + SLi/Crossfire
    + PCIe 3.0 Support 
    + Acht Speicherslots
    + Anschlussvielfalt

  5. #5
    Avatar von McZonk
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    AW: [Extreme-Review] ASUS Rampage IV Extreme - Hardcore für Sandy-Bridge-Extreme?

    Ein langer Test neigt sich dem offiziellen Ziel. Für meinen Teil gibt es immer noch eine Menge am Board zu entdecken und Übertakten mit SB-E stellt auch wieder eine Herausforderung dar, die gemeistert werden will.

    Ich wünsche jedenfalls: Viel Spass beim Lesen des (langen ) Tests!
    Grüße vom Zonk



  6. #6

    AW: [Extreme-Review] ASUS Rampage IV Extreme - Hardcore für Sandy-Bridge-Extreme?

    Super Test.

    Einziges Manko wie ich finde ist die Bootzeit wenn der Prozessor übertaktet ist.
    Der verpufft irgendwie auch der Sinn und Vorteil einer SSD.


    Grüße

  7. #7
    Avatar von McZonk
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    Zitat Zitat von xTc
    Super Test.
    Danke!

    Zitat Zitat von xTc
    Einziges Manko wie ich finde ist die Bootzeit wenn der Prozessor übertaktet ist.
    Der verpufft irgendwie auch der Sinn und Vorteil einer SSD.
    Stell dir die Bootzeit erst einmal mit einer herkömmlichen Magnetfestplatte vor - da ist die SSD schon fast ein Muss. Es soll mittels der passenden Clockgen-Filter-Einstellung zumindest für Warmstarts offenbar einen Workaround geben. Das schaue ich mir die Tage mal an.
    Grüße vom Zonk



  8. #8
    Avatar von Incredible Alk
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    AW: [Extreme-Review] ASUS Rampage IV Extreme - Hardcore für Sandy-Bridge-Extreme?

    Wow - mal wieder ein wirkliches Extreme Board von ASUS, kompromisslos für Nerds entwickelt

    Die Bootzeiten finde ich jetzt nicht allzu tragisch, der Vorteil extremer Performance ist ja danach gegeben, da kann ich die paar Sekunden mehr beim Start problemlos verkraften (mein jetziges Board braucht auch sehr lange, grade mit Zusatzadapter für SATA6/USB3).

    Und nebenbei: Sehr schöner Test!
    Core i7 5960X @ 4 GHz / 1,2v; 64 GB DDR4-2400; Nvidia TitanX @ 2 GHz; Komplett-WaKü
    Fragen über moderative Entscheidungen? Hier gibts Antworten.

  9. #9
    Avatar von Adam West
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    AW: [Extreme-Review] ASUS Rampage IV Extreme - Hardcore für Sandy-Bridge-Extreme?

    Meine Fresse, klasse Test! Liest sich verdammt gut!

    ps.: Schönes board!
    Alle Macht geht vom Volke aus - und kehrt nie mehr zurück.

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  10. #10

    AW: [Extreme-Review] ASUS Rampage IV Extreme - Hardcore für Sandy-Bridge-Extreme?

    Danke für den Test

    Ist das 1201 BIOS die Final? Hab schon viel darüber gelesen, aber auf der Site nichts gefunden.
    Hab mal ne Frage zum Speicher, hab auf dem MoBo die Patriot Sector 5 DDR3-2400 9-11-9-27
    bekomm das MoBo aber mit dieser Speichereinstellung nicht zum starten, da ist bei 2133 Schluss.
    Spannung steht beim RAM auf 1.65v. Hast du da nen Tipp, lt. ASUS Handbuch sollte das gehn...
    Naja

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