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    [Kompaktkühlung] Antec H2O 620




    Wem eine konventionelle Luftkühlung nicht ausreicht, eine aufwändige Wasserkühlung aber zu teuer ist, dem bieten einige Hersteller CPU-Kühlungen, die mit geringen Aufwand installiert werden können und von da an wartungsfrei ihren Dienst vollziehen. Mit Antec betritt ein neuer Hersteller den Markt der kompakten CPU-Wasserkühler. Grund genug für uns, unsere kleine Serie auch 2011 fortzuführen und die neuen Modelle über den Testparcours zu schicken. Der versierte Leser wird es vielleicht schon mit dem ersten Blick auf die H2O 620 erkannt haben, denn am Markt gab es einen Wechsel der Produzenten - dazu aber an anderer Stelle mehr.



    Inhaltsverzeichnis


    Die Vorschaubilder können durch Anklicken in ihrer vollen Größe von 1.500 x 1.000 Pixeln angezeigt werden.




    Der Testkandidat im Detail
    Mit Antec betritt ein neuer Hersteller den hart umkämpften Markt der CPU-Kühler. Bisher hat sich Antec vor Allem einen sehr guten Namen im Bereich "Gehäuse" und "Netzteile" gemacht und dort eine sehr gute Stellung am Markt bezogen. Auf den Lorbeeren will man sich scheinbar nicht ausruhen und so erweitert man das Portfolio um den Bereich "Kühlung" und bietet frische Hardware an - sei es nun luft- oder wassergekühlt. Ein erster Spross der wassergekühlten Linie ist die H2O 620 - gehen wir es also an und schauen, was dieser Flüssigkeitskühler zu leisten vermag.

    Die Begutachtung dieser Kompaktkühlung beginnt, wie sollte man es anders vermuten, natürlich zunächst mit den Äußerlichkeiten. Der Karton selbst ist sehr dezent gestaltet und lässt durch das Design schnell auf seinen Inhalt schließen. Neben Produktdetails in mehreren Sprachen, liefert die Rückseite der Verpackung auch Informationen zu den einzelnen Features. Ein Blick in die Ecke oben rechts offenbart den Ursprung dieser Kühlung, die Firma Asetek. Vor 11 Jahren gegründet, beschäftigt sich der Hersteller vorrangig mit OEM- und Server-Lösungen im Bereich von Verdampfern und Flüssigkeitskühlungen. Produkte wie die H2O 620 sind somit keine komplette Eigenentwicklung seitens Antec, sondern ein OEM-Produkt, welches speziell an die Anforderungen des Unternehmens angepasst wurde. Antec wirbt mit einem weiteren Logo auf der Verpackung, welches mit der Aufschrift "Quiet Computing" bezeichnet wird. Kurz umrissen verbindet man mit diesem Ausdruck das stressfreie Arbeiten am PC und der damit unumgänglichen Ruhe am Arbeitsplatz. Auf der Homepage des Herstellers kann jeder Interessierte ausführliche Details und nützliche Tipps erfahren -> LINK.





    Da wir nun die Herkunft der Kühlung kennen und diese ohnehin kein Geheimnis darstellt, zeigen wir euch zunächst ein kleines Video, welches die Funktionsweise des Kreislaufes etwas verdeutlichen soll. Zu erkennen ist die integrierte Pumpe (Drehzahl ~1.408 1/min @ 100%), die direkt im CPU-Kühler verbaut ist und somit keinen weiteren Platz im Gehäuse benötigt. Eine Besonderheit bei der H2O 620 gibt es in Bezug auf dieses Video und auch den Testaufbau zu beachten: Entgegen dem Video wird der Lüfter so montiert, dass er die frei angesaugte Luft durch den Radiator presst. Im Video saugt der Lüfter die Luft durch die Lamellen des Radiators an, was auch in der Bedienungsanleitung zu sehen ist. Ein Video im weiteren Verlauf des Tests zeigt eine andere Montagemöglichkeit.


    Die H2O 620 macht als Kompaktkühlung eine gute Figur. Grund dafür ist die konsequente Weiterentwicklung der Firma Asetek und hier das Zusammenführen mehrerer früherer Produkte. Was auf den ersten Blick nach Recycling aussieht, entpuppt sich aber gänzlich anders. Um eine Kühlung im mittleren Preissegment zu platzieren, nutzt man bei der H2O 620 den ursprünglichen und dünnen Radiator der 550LC (Bezeichnung von Asetek) mit der extrem flachen CPU-Kühlereinheit der 570LC. Besonderes Augenmerk wurde der Verbindung dieser beiden Systemkomponenten gewidmet. Die ehemals starren Schläuche sind flexiblen Gummileitungen gewichen. Gleich geblieben ist die serienmäßige Bestückung mit einem Lüfter.

    Neben dem Kühlelement samt integrierter Pumpe sind nur noch der Radiator samt Lüfter im Gehäuse zu verbauen. Sonstige Umbauten müssen nichtbewerkstelligt werden. Als Beilage liefert Antec ein umfangreiches Zubehör mit, welches die Montage auf allen aktuellen Sockeln ermöglicht. Somit werden alle vier Intel-Sockel (775/1155/1156/1366) und die drei AMD-Sockel (AM2/AM3/AM3+) unterstützt, was einen späteren Plattformwechsel erleichtert und zusätzliche Kosten erspart. Die Einzelteile selbst sind wertig verarbeitet und machen wie schon bei den Schwesterprodukten einen robusten Eindruck - sollten also die Lebensdauer der Kühlung (angegeben laut Asetek mit 50.000 Stunden) ebenso bewerkstelligen.

    Die Schläuche als Verbindungselement zum Radiator sind fest integriert und mit einer Schraube gesichert. Sie können somit nicht getauscht werden. Betrachtet man die Unterseite, so sieht man zunächst ein Heer von Schrauben, welche einerseits das Pumpengehäuse und andererseits die Abdichtung der Bodenplatte aus Kupfer gewähren. Diese liegt der Kühlung als Revision 3 bei, was auf eine neuerliche Weiterentwicklung hindeutet. Aktuell liefert Asetek aber keine Details oder Bilder zu den Veränderungen. Äußerlicher Unterschied ist die jetzt glanzgedrehte zur einstmals geschliffenen Oberfläche. Bereits werksseitig ist eine dünne und sparsame Schicht Wärmeleitpaste aufgetragen, die recht weich ist und sich bei der Benutzung sehr gut verflüssigt.

    Dass das Thema Umweltschutz bei Antec nicht zu kurz kommt, sieht man am Innenleben der Umverpackung. Kleinteile werden zwar in Plastiktütchen geliefert, die komplette Kühlung lagert aber in gepresstem Recycling-Karton. Das rechte Bild zeigt die montierte H2O 620 auf dem Testboard. Der flache Kühler macht im Zusammenspiel mit der kompakten Sockelhalterung einen guten Eindruck. Viel wichtiger aber ist, dass man durch den platzsparenden und zeitgleich auch einfachen Aufbau Kompatibilitätsproblemen aus dem Weg geht.

    Widmen wir uns dem Wärmetauscher. Der Radiator bildet neben dem CPU-Kühler die zweite Kernkomponente der Kühlung und ist maßgeblich für die Effizienz verantwortlich. Antec vertraut hier ebenso wie einst Corsair auf ein Modell aus Aluminium, welches Lüfter der Dimension 120mm aufnehmen kann. Die schwarze Beschichtung ist sehr gut verarbeitet und weist keinen Makel auf. Ebenso verhält es sich mit den Lamellen, die in 12 Reihen mit einen Abstand von ~1,1mm angeordnet und somit eher dicht gestellt sind und damit Lüfter mit größerem Durchsatz erfordern. Der dichte Abstand gewährleistet dafür im Gegenzug eine größtmögliche Kühlfläche auf kleinstem Raum. Verbogene Lamellen sind beim Testmuster Fehlanzeige.

    Neu bei der H2O 620 sind die Schläuche, die die Komponenten verbinden. Die einst sehr starren und geriffelten Schläuche sind sehr weichen und damit flexiblen Derivaten aus Gummi gewichen und ermöglichen fortan eine wesentlich komfortablere Verlegung im Gehäuse und weniger Verspannungen. Mit einer Länge von ~32cm orientiert sich Antec an den bisher üblichen Längen. Damit sind in einem Großteil aller Gehäuse Montageplätze für 120er Lüfter erreichbar, die Lage des Radiators kann ohnehin variiert werden. Bei montiertem 120er-Lüfter ergibt sich für das Paket aus Radiator und Lüfter nur eine Gesamthöhe von etwa 53mm, was auch in engen HTPC-Gehäusen ohne Probleme zu bewerkstelligen sein sollte.



    Bei den beigelegten Montageschrauben ist zu beachten, dass diese zöllige Gewinde besitzen und nicht gegen andere Schrauben getauscht werden dürfen, die ein metrisches Gewinde aufweisen. Diese sind zwar ähnlich, legt man sie aber übereinander, so sind deutliche Unterschiede in der Steigung zu erkennen. Die Folge wäre dann eine Beschädigung der Gewinde im Radiator. Gerade das weiche Aluminium würde sofort ein Fressen der Schrauben herbeiführen und damit die komplette Kühlung nicht mehr montierbar sein. Die Gewinde sind beidseitig am Radiator ausgeführt. Sehr hilfreich ist, dass Antec neben den vier Schrauben zur Befestigung des Lüfters auch zwei weitere Sätze Schrauben beilegt, mit denen das Konstrukt am Gehäuse befestigt werden kann. Sie weisen unterschiedliche Längen auf, was gerade beim Einsatz einer Entkopplung vom Gehäuse sehr hilfreich ist. Das rechte Bild zeigt die Verkabelung der Kompaktkühlung. Der 2-Pin-Lüfter (bauartbedingt kein Tachosignal möglich) wird an die Pumpe angeschlossen und diese direkt am Mainboard. Vorteilhaft gegenüber bisherigen Kühlungen ist der Bedarf von nur einem Anschluss, welche Nachteile sich ergeben können beleuchten wir später.





    Technische Daten

    • vorbefüllte und einsatzbereite Flüssigkeitskühlung
    • Integrierte Pumpe inkl. Wasservorrat (komplett wartungsfrei)
    • CPU-Bodenplatte aus Kupfer in dritter Generation (Wärmeleitpaste vorbereitet)
    • Lebensdauer der Pumpe = 50.000 Stunden
    • Pumpendrehzahl ~1.410 1/min
    • 120mm-Radiator aus Aluminium (120 x 151 x 27 mm)
    • 120mm-2-Pin-Lüfter mit ~1.450 - 2.000 1/min
    • Anzahl montierbarer Lüfter: 2 (nur ein Lüfter liegt bei)
    • Fest installierte hochflexible Schläuche mit einer Länge von ~32 cm
    • Gewicht: 682 Gramm inkl. Lüfter
    • 3 Jahre Herstellergarantie




    Lieferumfang
    Nachdem wir im oberen Teil schon einmal auf das Zubehör eingegangen sind, hier noch einmal ein detaillierter Überblick. Als Beigabe ist eine kurze aber gut geschriebene Installationsanleitung mit informativen Details beigelegt, die wie ein Poster aufgeklappt werden kann. Das restliche Zubehör, diverse Schrauben und auch die unterschiedlichen Sockelhalterungen entsprechen den bekannten Beigaben des OEM-Herstellers Asetek. Im Unterschied zu den vorherigen Generationen sind hier die Adapterhülsen für den jeweiligen Sockel farblich kodiert. Das ist für Anfänger und unbedarfte Bastler in jedem Fall eine Erleichterung - möchte man meinen, die Optik fördert dieser Umstand allerdings nicht. Der kleine Einwurf kommt nicht von ungefähr, denn die grünen AMD-Hülsen sind in gedrehter Einbaulage zum Sockel 775 passend.

    Die kinderleichte Montage unterstützt der Hersteller mit weiteren kleinen Hilfestellungen. Das hier aufgeführte Beispiel, das Intel-Retention-Modul zeigt, dass die Bohrungen einzeln beschriftet sind und somit eine Verwechselung oder Rätselraten erspart bleibt. Die kleinen Einsetzmuttern rasten zudem leicht im Modul ein, was ein späteres Herausfallen bei der Montage wirksam verhindert. Bei der Montage sollte man nicht nur auf die passenden Einzelteile achten, sondern auch auf deren Einbaurichtung, die gerade beim Intel-Sockel variiert. Der Ausbau des Mainboards ist bei diesem Kühler Pflicht, solltet ihr keinen Ausschnitt im Mainboard-Tray haben.






    Die unteren Bilder zeigen den Lüfter und seinen elektrischen Anschluss. Der verbaute Lüfter misst 120mm und dreht auf voller Leistung mit ~2.000 Umdrehungen pro Minute. Nach erfolgter Montage der Komponenten im Gehäuse bleibt dem Käufer nicht mehr viel Arbeit über, lediglich 2 Kabel müssen angeschlossen werden. Die Pumpe selbst kann mit ihrem 3-Pin-Anschluss an jeden Lüfteranschluss auf dem Mainboard, aber bevorzugt an den CPU-Lüfter-Anschluss angeschlossen werden. Der Lüfter wird - wie bereits erwähnt - durchgeschliffen und über die Pumpe geregelt. Viele technische Angaben spendiert der Hersteller zum verbauten Exemplar nicht und das fehlende Tachosignal, welches auch nicht nachgelötet (zumindest habe ich dieses versucht) werden kann, erleichtert den Test nicht wirklich.


    Ein abschließendes Video zeigt noch einmal die Funktion und erreichbaren Temperaturen, die der Hersteller in einem Promo-Video vorgibt. Das Testsystem ähnelt dem unseren und bunte Bilder rocken eben. Eine Meinung mag sich jeder selbst bilden.







    Die Testmethodik

    Testsystem
    Das Testsystem besteht für alle Kompaktkühlungen und auch den Luftkühler (Vergleichskühler Noctua NH-D14) aus den gleichen Komponenten, wurde aus aktuellem Anlass nur im Bereich Mainboard verändert, nämlich gegen eine aktuellere Version getauscht.




    Vergleichskandidat
    Eine Umfrage hat ergeben, dass sich die meisten hier einen Vergleich mit einem hochwertigen Luftkühler wünschen, um abwägen zu können, ob sich ein Umstieg auf eine der Kompaktkühlungen lohnt. Wir haben daher entschieden, dass sich alle Komplettlösungen gegen den derzeitigen Primus Noctua NH-D14 mit einer Bestückung aus zwei Lüftern (120mm & 140mm) behaupten müssen. Einer der Gründe war, dass dieser Kühler mit vielen Probanden preislich (um 70 Euro) auf einer Ebene liegt.
    Temperaturbestimmung
    Bei der Bestimmung der Leistungsfähigkeit einzelner Kühllösungen in diesem Test ist der DeltaT-Wert zwischen CPU- und Raumtemperatur entscheidend. Er gibt an, wie gut der jeweilige Testkandidat das Fluid mit der Raumluft zu kühlen vermag. Je kleiner diese Differenz also ausfällt, desto effizienter arbeitet das System. Die Lufttemperatur bestimmen wir mit einem K102 Digitalthermometer von Voltcraft, die CPU-Temperatur wird mit Core Temp 0.99.5 ermittelt. Die Fluidtemperatur als Zwischentemperatur ist in diesem Test leider nicht auslesbar.

    Die CPU wird solange mit Coredamage belastet, bis sich der Kühlkreislauf im Gleichgewicht befindet und ein stationärer Zustand erreicht wird - sich also bei allen Temperaturen über längere Zeit (~30 Minuten) keine Änderung mehr einstellt. Nun ermitteln wir per K102 Digitalthermometer von Voltcraft die Raumtemperatur und lesen über Core Temp die CPU-Temperatur aus. Dieser Test wird je nach Konstanz der Messwerte mindestens zweimal durchgeführt.

    Als Lastpunkte werden je nach Möglichkeit über die Steuerung oder ein Aquaero die Werte 40 / 50 / 60 / 70 / 80 / 90 / 100 Prozent abgefahren. Der Grund für den Verzicht einer reinen Angabe der Lüfterdrehzahl ist in der Funktionalität der einzelnen Systeme und im Falle der H2O 620 durch den verbauten Lüfter begründet.




    Messergebnisse und Tuningmöglichkeit
    Im Laufe der Zeit haben sich mittlerweile einige Modelle in unserer Serie der kompakten CPU-Kühler angesammelt und das Vergleichsdiagramm im Serienzustand füllt sich zusehends. Die Antec-Kühlung reiht sich mit der weiterentwickelten Pumpeneinheit und dem flachen Radiator deutlich vor ihren gleichwertigen Gegenspielern, der H50 und der ECO A.L.C. ein, kann aber dem Referenzluftkühler nicht ganz das Wasser reichen. Der hochdrehende Lüfter lässt sich in unserem Vergleich bei manueller Regelung aber sehr weit herunter regeln und zeigt einen ähnlichen Verlauf, wie wir ihn bei der H70 sehen. Um in diese Bereiche allerdings vordringen zu können, muss der Lüfter aber an den Anschluss des CPU-Lüfters angeschlossen werden, ein zu kurzes Kabel verhindert dies aber leider.

    Als konsequente Weiterentwicklung der bisherigen Asetek Kompaktkühlungen ist natürlich weiterhin ein Vergleich interessant, der die direkten Gegenspieler, beziehungsweise die Spender der einzelnen Komponenten mit einbezieht. Wir erinnern uns - mit einer optimierten Bodenplatte in 3. Generation, dem Radiator der H50 und der Pumpeneinheit der H70 verbindet die Antec H2O 620 die beiden Vorgänger in einem neuen Produkt. Was vermag diese Optimierung daher zu leisten? Folgendes Diagramm gibt die Antwort. Hier muss fairerweise angedacht werden, dass H2O 620 und H70 mit einem stärkeren Lüfter (2.000 statt 1.600 1/min) ausgestattet sind, die H70 im Serienzustand sogar mit zwei Lüftern. Besonders interessant ist hier der Kurvenverlauf zwischen H50 und H2O 620. Trotz gleicher Radiatorgröße - und damit der maßgebend für die Wärmeabgabe zuständigen Fläche - setzt sich die Antec-Kühlung weit von ihrem direkten Gegenspieler im mittleren Preissegment ab, was besonders im Bereich geringer Drehzahlen erfreulich ist. Hier offenbarte die H50 deutliche Schwächen.

    In einem weiteren Diagramm bewerten wir als nächstes die Verwendung mit zwei Exemplaren unserer Referenzlüfter, den Scythe-Modellen mit 1.600 Umdrehungen pro Minute an der H2O 620 und H70, um den Unterschied der Radiatorfläche bewerten zu können. Überraschenderweise fällt der Vorsprung der H70 recht gering aus. Bedingt durch die geringen Lamellenabstände benötigen die Radiatoren - egal ob flach oder dick - einiges an Lüfterdrehzahl, respektive Durchsatz, um einen Vorteil aus der zur Verfügung stehenden Fläche zu ziehen. Hier warten wir mit Spannung auf ein erstes (verfügbares) Modell mit einer Fläche von 2x 120mm und den anschließenden Vergleich.

    Ebenfalls lässt sich mit unserem Referenzlüfter grob ermitteln, inwieweit sich die weiterentwickelte Pumpeneinheit auf das Gesamtbild auswirkt. Anhand der Messwerte aus dem aktuellen und dem damaligen Test der H50 lassen sich aber keine deutlichen Vorteile ermitteln. Lediglich bei großer Lüfterleistung erarbeitet sich die Antec-Kühlung einen Vorteil von 3-4 °C. Im Wasserkühlungsbereich ist das zwar nicht zu unterschätzen, im Alltag wird die Differenz aber nicht zum Tragen kommen, es sei denn man ist Leistungsfanatiker und achtet nicht auf die dabei entstehende Geräuschkulisse.

    Bei den bisherigen Betrachtungen lag der Fokus meinerseits immer bei dem Gesichtspunkt, dass die Antec-Kühlung trotz Weiterentwicklung ein Hybride bisheriger Asetek-Produkte ist (H50 <- H2O 620 -> H70). Dabei habe ich den Vergleich zwischen einem und zwei montierten (identischen) Lüftern etwas aus den Augen verloren und möchte diesen noch nachreichen. Das folgende Diagramm gibt Aufschluss über die erreichte Mehrleistung. Zwischen ~3,5 °C im Bereich hoher Lüfterdrehzahlen (> 1.000 - 1.600 1/min) und ~5,9 °C im niedrigeren Bereich (< 1.000 1/min) sind möglich, die gesteigerte Geräuschkulisse darf dabei aber nicht außer acht gelassen werden. Es limitiert bei diesem Produkt klar die zur Wärmeabgabe kleinere Fläche (Radiatordicke) als z.B. bei der H70-Kühlung, die mit zwei montierten Lüftern wesentlich besser skaliert.





    Fazit

    Der Blick auf die abschließende Wertungsnote in der unten stehenden Tabelle bescheinigt der Antec-Kühlung ein insgesamt gutes Ergebnis auf der Punkteseite. Viele Punkte heimst die Kompaktkühlung in den Nebenkategorien ein, bei denen das mitgelieferte Montagezubehör, die gut bebilderte Anleitung, die Einbaugröße und der Gesamteindruck eine Rolle spielen. Antec folgt hier ganz dem eingeschlagenen Weg und hält sich an das Zubehör, welches Asetek vorsieht. Dies ist hier in jeder Hinsicht vorbildlich und stellt dem Käufer alles Nötige zur Seite, sodass eine problemlose Montage auf jedem Sockel möglich ist. Im Alltagsbetrieb und auch bei diversen Spielebenchmarks, die in diesem Test nicht separat aufgeführt sind, hat die H2O 620 keinerlei Probleme die auf 4,2 GHz getaktete CPU zu kühlen. Allerdings liegt hier auch schon der größte Kritikpunkt der Kühlung. Gemäß Antec wird der Lüfter über die Pumpe zwischen 1.400 und 2.000 1/min geregelt, was alles ist, aber nicht leise. So erreicht die CPU zwar permanent sehr niedrige Betriebstemperaturen, angesichts des Potenzials bei manueller Regelung hätte man hier durchaus in die Geräuschkulisse investieren können und dem Lüfter wesentlich mehr Spielraum nach unten. Eine Spannungsregelung über das Mainboard ist durch das extrem kurze Lüfterkabel im Serienzustand kaum möglich und findet daher keine Beachtung bei der Bewertung. Bei dem aktuell vorherrschenden Geräuschniveau fällt das leise Tickern und Gluckern der Pumpe glücklicherweise nicht auf, sodass diese Kritik nebensächlich erscheint und im geschlossenen Gehäuse ohnehin nicht mehr ortbar wäre.

    Die Modifikation mit einem optionalen Lüfter im Austausch (hier Scythe S-Flex mit 1.600 1/min) ist wie schon bei den anderen Kühlungen eine lohnenswerte Investition und so weiß auch die Antec H2O 620 dem geneigten Bastler sofort zu gefallen. Allerdings lohnt es sich noch etwas zu warten, denn mit der H2O 920 steht ein weiterer potenter Nachfolger ins Haus, der im Vorfeld durch eine eigene Softwarelösung auf sich aufmerksam macht. Eventuell werden dann auch einige Kritikpunkte verschwinden.

    Positiv ist in jeder Hinsicht der Preis. Mit gerade einmal 50 Euro bietet Antec die H2O 620 im Schnitt fast 15 Euro günstiger an, als Corsair einst die H50. Zudem machen sich die neuen und hochflexiblen Schläuche sehr gut und ersparen dem Anwender mittelschwere Tobsuchtsanfälle durch arge Verspannungen beim Einbau in das Gehäuse. Trotz allem reicht es im Serienzustand nicht ganz zu einem Award, was einzig am Lüfter und seiner Ansteuerung liegt - Leistung bietet Antec nämlich auf einem soliden Niveau.

    In diesem Sinne: Harren wir der Dinge und warten auf den großen Bruder in Form der H2O 920.




    Testtabelle und Wertung
    Die Bewertung des Produktes wird durch ein komplexes Punktesystem ermittelt, welches hier nur ansatzweise zu sehen ist. Ein Großteil der einzelnen Kriterien bleibt im Verborgenen und wird hier vereinfacht durch ein System aus maximal 5 Sternen abgebildet. Aus den hier sichtbaren Sternen kann die abschließende Wertungsnote nicht direkt abgeleitet werden.

    Um die Übersicht zu wahren und dem geneigten Leser einen Vergleich der erhältlichen Kompaktkühlungen zu geben, haben wir noch einmal alle fünf getesteten Produkte in einer Tabelle zusammengefasst. Komplettiert wird diese in den kommenden Monaten durch die Antec H2O 920 und auch noch durch die H60.





    Links





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    Ein herzlicher Dank geht direkt an Antec für die Unterstützung und kurzfristige Bereitstellung des Testsamples


    Geändert von Klutten (22.04.2011 um 10:49 Uhr)
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